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    Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen: Was Sparer jetzt wissen müssen

    Jan-Ole Fürl
    14.8.2026
    12 Min.

    Die Rürup Rente – offiziell Basisrente genannt – wurde für Selbstständige und Gutverdienende als steuerlich attraktive Säule der Altersvorsorge konzipiert. In der Praxis entpuppt sie sich für viele Sparer jedoch als Kostentreiber mit geringer Rendite und starren Auszahlungsregeln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots 2027 stellt sich die Frage, ob du deine Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen kannst und ob sich das wirtschaftlich überhaupt lohnt. Die Antwort ist komplexer als beim Riester-Vertrag, weil die steuerliche Verzahnung der Basisrente anders funktioniert.

    Warum die Rürup Rente unter Druck steht

    Die Rürup Rente wurde 2005 eingeführt, um Selbstständigen und Freiberuflern eine steuerlich geförderte private Altersvorsorge zu ermöglichen. Beiträge können als Sonderausgaben abgesetzt werden – bis zu 27.566 Euro für Ledige und 55.132 Euro für Verheiratete (Stand 2026). Das klingt attraktiv, doch die Realität sieht anders aus: Hohe Abschlusskosten, die oft in den ersten fünf Jahren die Rendite auffressen, fehlende Flexibilität bei der Auszahlung und die zwingende lebenslange Verrentung machen den Vertrag für viele Sparer zu einem Fass ohne Boden.

    Im Gegensatz zur Riester-Rente, die sich ins Altersvorsorgedepot überführen lässt, ist die steuerliche Konstruktion der Rürup Rente anders gelagert. Die Beiträge mindern in der Ansparphase das zu versteuernde Einkommen, im Alter wird die Rente dann voll nachgelagert besteuert. Das bedeutet: Jeder Euro, den du heute steuerlich sparst, musst du im Ruhestand versteuern – oft zu einem Satz, der gar nicht so viel niedriger liegt als gedacht.

    Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen: Die rechtliche Ausgangslage

    Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge konzentriert sich auf den Nachfolger der Riester-Rente. Für die Basisrente (Rürup) sieht das Gesetz derzeit keinen direkten Überführungsweg in das Altersvorsorgedepot vor. Das liegt an der unterschiedlichen steuerlichen Förderlogik: Während Riester auf Zulagen und einer Günstigerprüfung basiert, funktioniert die Rürup Rente über den reinen Sonderausgabenabzug.

    Das bedeutet nicht, dass du handlungsunfähig bist. Du kannst einen bestehenden Rürup-Vertrag beitragsfrei stellen und parallel ein Altersvorsorgedepot eröffnen, um von den neuen Zulagen und der niedrigeren Kostenstruktur zu profitieren. Einen direkten Vermögenstransfer vom Rürup-Vertrag in das Altersvorsorgedepot schreibt das Gesetz aktuell nicht vor.

    Rürup Rente vs. Altersvorsorgedepot im Vergleich
    Merkmal Rürup Rente (Basisrente) Altersvorsorgedepot (ab 2027)
    Steuerliche Förderung Sonderausgabenabzug (bis 27.566 € / 55.132 €) Zulagen + Günstigerprüfung
    Zulagen Keine Bis 540 € Grundzulage + 300 € pro Kind
    Auszahlung Zwingend lebenslange Rente Auszahlplan + lebenslange Rente (bis 30 % Einmalauszahlung)
    Kosten Oft 1,5–2,5 % p.a. + Abschlusskosten Standarddepot max. 1,0 % p.a.
    Anlageprodukte Versicherungen, Fondsgebundene Policen ETFs, Fonds, Anleihen (Positivliste)
    Flexibilität Sehr gering, keine Kapitalentnahme Hoch, Raten anpassbar, 30 % Einmalauszahlung

    Die steuerliche Falle der Rürup Rente

    Das Kernproblem der Rürup Rente liegt in der nachgelagerten Besteuerung. Du sparst heute Steuern, indem du die Beiträge als Sonderausgaben absetzt. Im Ruhestand wird die gesamte Rente mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Wer im Alter noch andere Einkünfte hat – etwa aus Miete, Dividenden oder einer betrieblichen Versorgung – kann schnell in einen Steuerclimb geraten, der die ursprüngliche Steuerersparnis auffrisst.

    Hinzu kommt: Die Rürup Rente zahlt zwingend eine lebenslange Rente aus. Es gibt keine Einmalauszahlung, kein Teilkapital und keine Möglichkeit, größere Anschaffungen im Alter zu finanzieren. Das Altersvorsorgedepot erlaubt hingegen bis zu 30 % Einmalauszahlung zu Beginn der Rentenphase – ein erheblicher Flexibilitätsvorteil.

    Die versteckten Kosten der Basisrente

    Viele Rürup-Verträge sind als fondsgebundene Rentenversicherungen strukturiert. Das bedeutet, dass neben den Fondskosten auch Versicherungs- und Verwaltungskosten anfallen. In den ersten fünf Jahren werden oft 80 bis 90 % der Beiträge für Abschluss- und Vertriebskosten verwendet. Erst danach beginnt das Kapital, sich nennenswert zu verzinsen. Wer nach zehn Jahren prüft, wie viel Kapital tatsächlich angespart wurde, erlebt oft eine böse Überraschung.

    Optionen: Was du mit deinem Rürup-Vertrag tun kannst

    Wenn du überlegst, deine Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot zu übertragen, stehen dir mehrere Wege offen – je nachdem, wie lange der Vertrag schon läuft und wie hoch das angesparte Kapital ist.

    1

    Vertrag prüfen und bewerten

    Lass dir den Rückkaufswert und die bisherigen Kosten deines Rürup-Vertrags dokumentieren. Vergleiche die tatsächliche Rendite mit einem ETF-Sparplan über die gleiche Laufzeit.

    2

    Beitragsfrei stellen statt kündigen

    Eine Kündigung führt oft zu erheblichen Verlusten, weil die Abschlusskosten vom Rückkaufswert abgezogen werden. Beitragsfreistellung hält den Vertrag am Leben, ohne weiteres Kapital zu binden.

    3

    Altersvorsorgedepot parallel eröffnen

    Nutze die neue Förderung ab 2027 für frisches Kapital. So profitierst du von Zulagen, niedrigeren Kosten und größerer Flexibilität, ohne den bestehenden Rürup-Vertrag zu verlieren.

    4

    Steuerliche Gesamtsituation berechnen

    Prüfe, ob der Sonderausgabenabzug der Rürup Rente in deiner Einkommenssituation tatsächlich einen nennenswerten Vorteil bringt oder ob Zulagen und Günstigerprüfung des Altersvorsorgedepots wirtschaftlich überlegen sind.

    Für wen lohnt sich der Wechsel besonders?

    Die Entscheidung, ob du deine Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen oder zumindest beitragsfrei stellen solltest, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Typische Gewinner eines Systemwechsels sind:

    • Selbstständige mit mittlerem Einkommen: Wer nicht im Spitzensteuersatz liegt, profitiert vom Sonderausgabenabzug der Rürup Rente nur moderat. Die Zulagen des Altersvorsorgedepots sind für diese Gruppe oft wirtschaftlich attraktiver.
    • Familien mit Kindern: Die Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr gibt es im Altersvorsorgedepot – in der Rürup Rente fehlt dieser Baustein komplett.
    • Sparer mit kurzer Restlaufzeit: Wer den Rürup-Vertrag noch nicht lange besitzt, hat wenig Kapital angespart. Hier wiegt der Verlust durch Abschlusskosten weniger schwer, und der Neustart im Altersvorsorgedepot amortisiert sich schneller.
    • Flexibilitätsorientierte Anleger: Wer im Alter die Option auf Teilkapitalauszahlung oder Einmalauszahlung schätzt, ist mit dem Altersvorsorgedepot deutlich besser bedient.

    Das FREI-Modell als strukturierte Alternative

    Die Debatte um Rürup, Riester und Altersvorsorgedepot zeigt ein grundlegendes Problem: Die meisten Sparer verlieren sich im Dschungel der Produkte und Fördermechanismen, anstatt eine klare Strategie zu verfolgen. Genau hier setzt das von Jan-Ole Fürl entwickelte FREI-Modell an. Es ist ein strukturierter Fahrplan, der dich befähigt, deine Altersvorsorge eigenständig und systematisch aufzubauen – unabhängig davon, ob du das Altersvorsorgedepot, ein normales ETF-Depot oder eine Kombination nutzt.

    Das FREI-Modell verbindet vier Bausteine: Finanz-Grundlagen, Renditezyklen, Emotions-Management und konkrete Investitions-Strategien. Anstatt dich auf ein einzelnes Produkt festzulegen, lernst du, wie du ein krisenfestes ETF-Portfolio aufbaust, das zu deiner Lebenssituation passt. Jan-Ole Fürl hat dieses System entwickelt, weil er selbst erlebt hat, dass theoretisches Wissen allein nicht ausreicht – die Umsetzung und das Durchhalten in volatilen Marktphasen sind die eigentlichen Herausforderungen.

    Wer sich für das FREI-Modell entscheidet, erhält nicht nur eine Anleitung zum ETF-Investieren, sondern ein Gesamtsystem, das die typischen Fehler vermeidet: zu hohe Kosten, falsche Produktauswahl und emotionale Entscheidungen in Crash-Phasen. Du kannst das Altersvorsorgedepot für den geförderten Kern deiner Vorsorge nutzen und parallel mit dem FREI-Modell ein ungebundenes ETF-Depot für zusätzliche Flexibilität aufbauen.

    Vom teuren Versicherungsprodukt zum transparenten System

    Das FREI-Modell zeigt dir, wie du die Kontrolle über deine Altersvorsorge zurückerhältst – ohne Versicherungsvertrieb, ohne versteckte Provisionen und ohne starre Auszahlungsregeln.

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    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Kann ich meine Rürup Rente direkt ins Altersvorsorgedepot übertragen?

    Das Gesetz sieht derzeit keinen direkten Überführungsweg für Rürup-Verträge in das Altersvorsorgedepot vor. Du kannst den Vertrag jedoch beitragsfrei stellen und parallel ein Altersvorsorgedepot eröffnen.

    Lohnt sich die Kündigung meines Rürup-Vertrags?

    Eine Kündigung führt meist zu erheblichen Verlusten, weil Abschluss- und Vertriebskosten vom Rückkaufswert abgezogen werden. Beitragsfreistellung ist in der Regel die bessere Option.

    Ist der Sonderausgabenabzug der Rürup Rente nicht steuerlich attraktiv?

    Für Gutverdienende im Spitzensteuersatz kann der Abzug attraktiv sein. Im Mittelstand überwiegen oft die Nachteile: hohe Kosten, keine Zulagen und zwingende Verrentung. Die Günstigerprüfung des Altersvorsorgedepots kann hier wirtschaftlich überlegen sein.

    Kann ich als Selbstständiger das Altersvorsorgedepot nutzen?

    Ja, wenn du pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung bist oder freiwillig Beiträge einzahlst. Viele Selbstständige erfüllen diese Voraussetzung und können die Zulagen des Altersvorsorgedepots in Anspruch nehmen.

    Was passiert mit meinem Rürup-Vertrag, wenn ich ihn beitragsfrei stelle?

    Der Vertrag bleibt bestehen und das angesparte Kapital bleibt angelegt. Du zahlst keine weiteren Beiträge, erhältst aber im Alter eine entsprechend geringere Rente.

    Sollte ich Rürup und Altersvorsorgedepot parallel nutzen?

    Das kann sinnvoll sein, wenn du von der steuerlichen Förderung der Basisrente profitierst und gleichzeitig die Zulagen und Flexibilität des Altersvorsorgedepots nutzen möchtest. Eine individuelle Berechnung ist hier unerlässlich.

    Fazit: Rürup Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen – ja oder nein?

    Einen direkten Übertragungsweg vom Rürup-Vertrag ins Altersvorsorgedepot gibt es nicht. Was du jedoch tun kannst – und in vielen Fällen solltest – ist, den Rürup-Vertrag beitragsfrei zu stellen und frisches Kapital in das Altersvorsorgedepot zu lenken. Die niedrigeren Kosten, die staatlichen Zulagen und die deutlich höhere Flexibilität bei der Auszahlung machen das neue System für die meisten Sparer wirtschaftlich überlegen. Wer zusätzlich ein strukturiertes System wie das FREI-Modell nutzt, baut nicht nur eine geförderte Säule auf, sondern ein vollständiges, krisenfestes Portfolio.

    Übernimm die Kontrolle über deine Altersvorsorge

    Lass dich nicht von teuren Versicherungsprodukten und starren Regeln einschränken. Ich zeige dir im FREI-Modell, wie du ein transparentes, krisenfestes ETF-Portfolio aufbaust und das Altersvorsorgedepot optimal in deine Gesamtstrategie integrierst.

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    Jan-Ole Fürl

    Über den Autor: Jan-Ole Fürl

    Jan-Ole Fürl ist Gründer der Investano Akademie und unabhängiger Finanzcoach. Er hilft Menschen dabei, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und durch clevere Anlagestrategien wie das FREI- und CASH-Modell finanzielle Freiheit zu erreichen.

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